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Re: Artenschutz

Axel Schilling ⌂, (vor 7431 Tagen) @ bert

Wer die Sondersendung gestern in der ARD 21:45 verfolgt hat wird wissen, dass man den Bären auch hätte am Vorabend seiner Erschiessung betäuben können, da der Bär die Menschen auf wenige Meter herangelassen hat. Zu dem Zeitpunkt war der Erschiessungsbefehl aber schon raus, die Behörden haben sich als Nichtzuständig erklärt, als Bewohner bei ihnen anriefen.
Wenn diese Äußerungen der Bewohner stimmen, und da habe ich eigentlich keine Zweifel dran, wird das noch ein erhebliches Nachspiel haben. Und ich habe überhsaupt keine Probleme damit die darauf folgende Erschiessung als Mord zu bezeichnen.

Gruß

Axel

Hallo,
ob die traurige Geschichte des unglücklichen Bruno etwas mit Artenschutz zu
tun hat, möchte ich doch mal ganz stark bezweifeln.
Wir leben ja nun mal in einer der am dichtesten besiedelten Gegenden der
Welt, und da kann eben nicht ein Bär mitten zwischen uns leben.
Sicher war der Abschuss nicht das einzige mögliche Ende der Geschichte, aber
auch nicht so anders, wie es allgemein eben gehandhabt wird.
Genauso ergeht es z.B. in meiner Gegend jedem Hirsch, der mal durchzieht,
auch wenn hier kein Hirschgebiet ist. Jeder Jäger kann so einen wandernden
Hirsch schiessen, und etablieren können sich die Tiere in unpassenden
Gegenden (zu kleine Wälder) sowieso nicht.
Alle, die hier von Mord reden sind sicher Vegatarier und essen aus Prinzip
kein Fleisch, das sie sich ja sonst der Mittäterschaft an Tiermisshandlung
und Mord schuldig machen.
Glaubt ihr wirklich, das die Art Braunbär durch diesen Abschuss mehr
gefärhdet ist als vorher?? Im Gegenteil, denn ein Projekt wie die
Wiederansiedlung der Bären kann wohl nur gelingen, wenn auch gleichzeitig
dafür gesorgt werden kann, das Raubtiere dieser Größe eben auch geschossen
werden können, wenn sie sich den Menschen zu stark näheren und ihn
(potentiell) bedrohen. Das fördert meiner Ansicht nach eher die Akzeptanz
in der Bevölkerung.
Leider neigen wir dazu, bei verschiedenen Tieren verschieden Massstäbe
anzulegen.
In Afrika ist man z.B. teilweidse dazu übergegangen, Artenschutz und Jagd zu
verbinden, indem man (für teuer Geld) eine bestimmte Anzahl (von z.B.
Löwen) zum Abschuss freigibt und die Jäger hierfür teuer bezahlen lässt,
wodurch auch die entsprechenden Mittel zum Schutz der Tiere verwendet
werden können. Warum sollte sowas nicht auch in Europa möglich sein, wenn
z.B. Bären sich so gut wieder etabliert haben, das einzelne Tiere auf der
Suche nach einem passenden revier sich in unpassende Gegenden bewegen?
Aber vielleicht wüschen sich ja auch manche Tierfreunde Bären im Englischen
Garten in München? Die Menschen, die Ihn da stören, kann man ja zum
Abschuss freigeben, damit der Teddybär seine Ruhe hat.
Artenschutz hat eben wenig mit dem Schutz eines jeden Individuums einer Art
zu tun.
Andererseits gibt es in einer solchen Diskussion natürlich kein
abschliessendes richtig oder falsch, und manchmal müssen eben einfach
Entscheidungen getroffen werden, und Allen kann man es nie Recht machen.
Bert
Bert

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