Re: Eine Schande für die Menschheit !
Hallo Thomas
Deine Ansichten kann ich leider ganz und gar nicht teilen! Wann hört der
Mensch endlich damit auf, sich über die Natur zu stellen..? Es kann doch
nicht sein, das in einem Land mit der Grösse wie Bayern mit über 10 Mio.
Menschen nicht Platz genug sein soll für einen einzelnen wilden Bären..???
Nein, es ist eine Schande wie wir einmal mehr mit der Natur und ihren
Tieren umgehen! Traurig aber wahr, der Mensch lernt leider nichts dazu.
Zum Glück wird die Natur am Schluss die Oberhand gewinnen und der Bär wird
so oder so zurückkehren..
Immerhin darf sich Bayern jetzt damit rühmen, vorläufig jedenfalls, den
letzten Bären erst 2006 geschossen zu haben und nicht mehr 1835 ! Den
Bären jetzt auch noch zu präparieren und auszustellen ist schon
grenzenlose Dummheit !
Gruess - Andreas
Auch ich bekenne mich dazu, in Deutschland wieder mehr echte Natur haben zu wollen - mit allen Konsequenzen wie z.B. gefährlichen Tieren. In einem der reichsten Länder der Welt, das heute nicht mehr auf die Ausbeutung der eigenen (!) Natur zum Überleben angewiesen ist (im Gegensatz zu manchen der Entwicklungsländer, denen wir die Zerstörung ihrer Wälder als verantwortungslosen Frevel ankreiden...), hängt dies hauptsächlich vom Willen der Menschen ab, Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Daran hapert es in unserer Gesellschaft aber sehr. Nur ist es m.E. dem Ziel, in Bevölkerung und Politik mehr Akzeptanz für mehr Natur zu erreichen, abträglich, den Abschuss von Bruno für nutzlose Polemik zu missbrauchen. Zwar halte ich es für "typisch deutsch", einen einzelnen Bären für eine Gefahr für die Bevölkerung zu halten (wie viele Menschen wurden allein in den wenigen Wochen, in denen Bruno durch Bayern streifte, im Straßenverkehr getötet? wer fordert deshalb die "Ausrottung" der Autos???). Unsere Vollkaskomentalität ist mindestens so neurotisch wie das Verhalten von Bruno "unnormal". Nur: die Menschen hier und heute sind nun einmal so und das sollte jeder, der irgendetwas durchsetzen will, berücksichtigen. Sentimentale Gefühle wegen des getöteten Bären mögen als Triebfeder für persönliches Engagement taugen, sind aber für die Wiedereinbürgerung großer potenziell gefährlicher Wildtiere völlig ungeeignet. Ich glaube, man hätte dem Ziel vieler Naturschützer, solche Tiere bei uns wieder einzubürgern, einen "Bärendienst" erwiesen, hätte man Bruno einfach in Ruhe gelassen. Sobald ein Mensch zu Schaden gekommen wäre, wären alle Bemühungen um mehr Akzeptanz solcher Wiedereinbürgerungsprojekte in der Bevölkerung weit zurück geworfen worden. Deshalb finde ich: schade um Bruno, aber es musste sein.
LG
Dieter
