Re: Bitte nicht abschneiden...

ajuga, (vor 8570 Tagen) @ Christoph

Aha, wie du meinst... Was darf man denn überhaupt vergleichen? Also Pilze
nicht mit Pflanzen, obwohl beide Lebewesen... mit Stoffwechsel, der auf
den selben Prinzipien aufbaut, beide mit DNA. Darf man die dann auch nicht
vergleichen?! Aber wenn du meinst...

Macht denn ein Pilz Photosynthese? Hat ein Pilz Organe wie Bätter und Wurzeln?

Wissenschaftler sind doch teilweise der Meinung, dass die Pilze näher bei den Tieren als bei den Pflanzen einzuordnen sind!
(Da ich in diesem Moment bereits alle aktuellen Postings von Dir gelesen habe, bin ich etwas enttäuscht, weil ich weiß, dass du es besser weißt! Du hast wirklich viel Ahnung von Pilzen. Mehr als ich. Muss ich einfach zugeben. Aber ich bin ja auch noch Student!)

Wenn man etwas nicht darf, oder besser: was sehr schwierig ist, das wären
Homologien zu suchen zwischen Pilz und Pflanze. Und dass man ein
Meiosporangium (also die Basidie im Fruchtkörper) nicht mit ner Frucht
vergleichen kann (wieder besser: nur zu einem bestimmten Grad, denn die
Frucht verbreitet einen Embryo, man müsste quasi den Pilzfruchtkörper mit
den Staubblättern vergleichen - wobei ja Pilze allerdings keine Trenung in
Makro- und Mikrosporangien vorgenommen haben, wie die Pflanzen etc......

Aha. Da sind doch noch ein paar gravierende Unterschiede.
Und den Apfel am Baum kann man doch nun ehrlich nicht mit einem Pilzfruchtkörper vergleichen!!

also ich kann sehr viele Punkte finden, wo man Pilze und Pflanzen, oder
Pilze und Tiere oder Tiere und Pflanzen vergleichen kann)... aber das
wirst du im Studium ja irgendwann mal durchnehmen (du studierst Bio, habe
ich gelesen?!).

Ha.Ha. Da brauche ich wohl nichts mehr zu zu sagen! Darüber, dass die grundlegenden biochemischen Prozesse in allen Organismen ähnlich sind, unterhalten wir uns doch hier nicht, oder?

Nicht erzählt. Aber es gibt eine Reihe von Untersuchungen zm Wachstum von
mycelien. Wir forschen in München u.a. in einem SFB an der Chose, wie sich
Mycel im Boden ausbreitet, etabliert, wie es wächst etc. Wie man es in
Kultur bekommt und Mykorrhizen anzüchtet...

Die Papers würden mich schon interessieren. Würde ich mir auch durchlesen!

Schade! Warum NUR essen? Wieso nicht mal wagen, seltene Funde, über di man
sich freut, auch zu kartieren, oder Spezialisten zu geben???

Leider einfach keine Zeit...

Man kann da

auch viel gutes tun (es gäb kaum Naturschutzgebiete ohne solche
"Ausnahmesammler", die nicht nur essen, sondern auch bestimmen
wollen). Wenn man die Natur schonen will, wie du, warum sammelst du dann?

Sicher. Gar nicht sammeln wäre das beste. Aber wenn man sammelt, kann das ja auch schonend ablaufen (ich habe immer ein Messer dabei ...)

Züchte im Keller Champignons und lass die Pilze ganz stehen.

Wie in einem anderen Beitrag geschrieben, werde ich versuchen RiMu-Morcheln zu züchten...

Was die Pilze

nämlciuh wirklich nervt, ist, dass einfach ihre Ausbreitungseinheiten
(sind ja keine Organe, da keine Gewebe -> Vorgriff gegen Beckmesserei,
wollte nämlich erst Ausbreitungsorgane schreiben) wegnimmt. Nicht das
verletzen des Mycels ist "tragisch", wenn dass das verhindern
der Sporenausbreitung. Zum Glück ist aber auch dieser Impact fast gleich
null, was Daueruntersuchungen in der Schweiz belegen...

Mich würden Quellen sehr interessieren!

Ich will auch gerne futtern, bin ich also doch normal nach deiner
Einteilung????

Ja. Ich bitte diese Wertung zu entschuldigen! ;-))

Was ist für dich ein Beweis??? Soll ich dir Literaturzitate schicken???
Würdest du dir die Arbeit machen, nachzulesen? Da müsste ich erst mal
suchen, was man alles als Zitat bringen kann... direkte WErfahrungswerte
anhand jahrelangen Sammelns und auch stechesn von Mykorrhizen wie auch die
Erfahrung an der LMU München erkennst du ja nicht an...

Ja, ich würde das alles lesen. Was heißt ich erkenne die Erfahrung der LMU München nicht an? Ich kenne diese ja gar nicht (und habe soetwas auch nicht geäußert!!).

Fanatiker??? Schade, dass man als naturinteressierter (und nicht nur
Kochtopfmensch) gleich ein Fanatiker ist... eigentlich kann man sich da
jegliche Diskussion schenken. Traurig.

Nicht so ernst nehmen! Jeder "Anhänger" eines Sportvereins ist ein FAN-atiker. Das Wort ist nicht so böse, wie es sich anhört und so war es nicht wirklich gemeint!

Du studierst wirklich Biologie. Und für dich ist Erkenntnisse der Batur zu
sammeln Fanatismus. Sorry, aber dann wechsel doch bitte sofort den
Studiengang. Das ist dann nix für dich, denke ich (wie wär's mit BWL ohne
den Wirtschaftlern nahe treten zu wollen???).

Natürlich. Das nennt man nun mal Fanatismus. Ich bin auch ein Fanatiker = ein begeisterter Anhänger der Sachen, die mich brennend interessieren!

Ich hoffe Du bist so langsam nicht mehr ganz so sehr entsetzt darüber, dass ich Bio studiere. Da wird einmal richtig ordentlich diskutiert und schon sowas...! Ist doch normal, dass jeder ne andere Ansicht hat!

Danke für den Tipp. Ich putze nur Speiseschwammerl. Und die kann ich auch
grad noch bestimmen, denke ich. Aber denk trotzdem mal über die
Giftchampignons nach. Nicht nur Fanatiker sammeln sowas, auch die
"braven" Pilzköche. Na, dann sollen sie halt alle weißen Champis
abschneiden. Ganz wie du meinst...

Selber schuld kann ich da nur sagen. Ich sammle nur Arten, die ich eindeutig (auch ganz ohne Stiel) bestimmen kann!

Schade aber auch, dass es dann solch fanatische Pilzberater wie mich gibt,
die meistens solche Sammelkörbe unbeachtet lassen, weil zu aufwendig, die
giftigen rauszusortieren ohne Stielbasis...
Dann erkläre mir bitte, wie du das begründest. Konkret bitte. Und
unterscheide bitte zwischen Mykorrhizapilzen und saproben. Erstere haben
Energie en masse, weil sie den Zucker vom Baum bekommen.... letztere oft
auch, weil ihr Substrat sehr reichhaltig ist. Trotzdem gibts unterschiede.
Drum sind viele Ektomykorrhizapilze mit großen, energieaufwändigen
Fruchtkörpern gesegnet.
Vielleicht stellst du hier falsche Vergleiche an...
Nimm mal nen Steinpilz. Myceldurchmesser 15 Meter. Und einen ausgedrehten
Fruchtkörper (Verletzung = 4 qcm). Und er kämpft ums Überleben *grins*.

Gut. Ums Überleben geht es da nicht bei jedem Pilz. Aber was sind denn die 15 Meter für ein Wert? Eine Maximal-Größe oder Durchschnitt? (An dieser Stelle klafft wohl doch eine peinliche Wissenslücke bei mir! Aber ich bin ja auch noch Student :-))) )

Jetzt wirds rein mathematisch schon sehr skurril. Bitte Argumente, warum
er denn ums überleben kämpft?????????????
Pilze mit minimalen Mycelien oder Thalli wirst du doch nicht essen???

Nun. Wenn da einsam im Walde ein Fruchtkörper steht, weiß ich doch nicht, wie groß das Mycel im Boden ist, oder? Vielleicht ist das Rausdrehen ja doch beim ein oder anderen Exemplar, dass schon mit anderen Stressfaktoren zu kämpfen hat, der Todesstoß??

Gut, dann hör doch bitte auf, Speisepilze zu sammeln. Anscheinend willst du
ja nur einseitig die Natur als Ernährungsmittel ausnutzen, dich aber gar
nicht für deren Vielfalt und den Erhalt der selben zu interessieren...

Das stimmt nun absolut nicht. Ich habe mich mehrfach aktiv zur Pilzsporen- und auch Pflanzensamenverbreitung eingesetzt!

Traurig. Ich bin für aktiven Naturschutz. Ich lebe auch davon, da ich das
u.a. als Beruf mache. Aber Schutz so, wie's sinnvoll ist. Und bitte auf
Argumente aufgebaut. Nicht mit solchen Larifarisprüchen. Unbd ich will
auch niemanden vom Sammeln und Essen abhalten, mache es ja selber liebend
gerne. Aber ich fände es schön (und fast immer ist es auch so), wenn sich
die "reinen" Esser auch von der Vielfalt packen lassen, und mal
mahr als nur Steinpilz und Marone ansehen.

Wie gesagt ist bei mir schon lange nicht bei Steinpilz und Marone Schluß. Ich kenne rund 40 Arten (Großpilze) die ich esse und dann vielleicht nochmal halb so viele, die ich erkenne, aber besser nicht esse.
Reicht das nicht?

Dann natürlich noch "Schädlinge" wie Claviceps, Phytophtora, Aspergillum und so weiter...

Vielleicht wirst du das auch mal, ajuga...
Hm, jetzt haben wir wirklich nen Vergelichsfehler. Mein Bein ist nicht mit
Pilzzellen zu homologisieren. Ich bestehe aus echten Geweben, Pilze
prinzipiell aus reinen Zellfäden (nennt man Hyphen). Also prinzipiell
immer nur mit einzelnen, hinten über Querverbundenen Spitzenzellen, die
einseitig wachsen. Also mit Einzellern zu vergleichen, wenn die Zellen
nach der Zellteilung hinten nicht abreißen würden. Das hochentwickelte
Gewebevielzeller ne geringere Reproduktionsmöglichkeit haben, als
einfachere (z.B. Plathelminthes) solltest du auch schon wissen *grins*.
Und wenn du Größenmäßig vergleichen willst... wenn du mir ein Bein ausreißt,
dann entspricht das beim Steinpilz als Beispiel nem Bodenaushub mit nem
Schaufelbagger... das würde ihm sicher nicht gut tun. Drum lass mir bitte
mein Bein und sammle Pilze mit der Hand oder nem Messer und nicht mit nem
Bagger...
Nur des Vergleichs wegen...

Das am Schluß war wieder mal nur Spaß. Ich fands lustig...

Gruß
Christoph

ajuga

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