Re: KingKong

ajuga, (vor 8570 Tagen) @ Christoph

Häh??? Verwechsel bitte nicht das Vorkommen eines Pilzes (also das Mycel) mit
dem Vorgang des Fruktifizierens. Klar, ohne Vorkommen der Art auch kein
Fruchtkörper... aber im Boden ist viel mehr als du denkst. Und oft wachsen
Mycelien lange vor sich hin, ohne Fruchtkörper zu bringen. Stoßen sie aber
auf Probleme (z.B. Bodenverdichtung, Waldweg etc.), so bilden sie dort
Fruchtkörper. Das Mycel wächst dann nicht mehr weiter, wird aber dichter
-Y Primordienbildung wird indiziert. Trifft natürlich nicht für alle zu,
aber für einige.

Ist mir durchaus bewusst. Bei Basidiomyceten müssen erst zwei Monokaryen verschmelzen. Dieses daraus entstandene Dikaryon-Myzel kann noch Jahre wachsen, ohne einen Fruchtkörper zu bilden. Welche Faktoren nun genau die Fruchtkörperbildung auslösen, weiß man noch nicht genau!! So lernen wir das beim Studium. Aber offenbar gibt es hier Experten, die das einem Bio-Studenten genauer schildern können. Das war bisher zumindest bei meiner Fächerkombination und im Grundstudium in keiner meiner Lehrveranstaltungen so genau behandelt worden. Vielleicht mache ich nächstes Semester doch noch ein drittes Nebenfach: Mikrobiologie. Mal sehen wie es die Zeit erlaubt...

Und nur wegen des Prinzips... In der Natur kommen die wenigsten Arten an
ihrem Optimum vor. Nimm Bäume... die Kiefer wächst optimal dort, wo der
Boden gut mit Nährstofen versorgt idt, wos net zu nass oder trocken ost,
sprich dort, wo schöne Buchenwälder stehen. Die Buche hat nämlich mehr
Konkurrenzkraft. Drum wächst die Kiefer nicht da, wos ihr am besten
gefällt, sondern dort, wo sie gerade noch überleben kann, also im Nassen
und/oder Trocknen. Dort ist die Waldkiefer aber schlechtwüchsig. Die
konkurrenz drängt sie aber dahin. Im Optimalbereich kommen meist nur
wenige Arten vor (nicht umsonst ist der Waldmeisterbchenwald was Pflanzen
angeht sehr artenarm).

Und wenn die Kiefer noch ein paar Mio Jahre nur an solchen Standorten wächst, könnten Genverluste (sind ja dann teilweise nicht mehr nötig) die Art so verändern, dass das auf einmal der optimale Stndort ist...

War zwar off topic, aber nur prinzipiell sind deine Ansichten vielleicht
etwas zu linear gedacht. In der Natur gibt es meist sehr viele
Wechselbeziehungen.

Tatsächlich!

Und zu den Wildschweinen. Die sind hier halt mal heimisch. Gehören zur Natur.

Nein, wirklich? Ich dachte die gibt es nur im Zoo!!!! ;-))
(Meinst du das ernst???!!! Kann man ja langsam sauer werden!!!)

Und die gabs früher fast überall. Dann hat der Mensch sie gejagt. Jetzt
kommen sie zurück. Heimische Arten sollten eigentlich an das rumwühlen
angepasst sein, sonst wären sie schon längst verschwunden. Nur weil bei
dir um die Ecke die Wildsäue abgeknallt wurden, heißt das nicht, das deren
Wühlen ne Ausnahme ist.

Da wo ich herkomme, gab es schon immer Wildschweine. Bin in meinem Leben regelmäßig im Wald an sie geraten! Erst letztes Jahr sprangen ein paar Meter neben mir in einer Schonung zwei dieser dunklen Kolosse auf und suchten das Weite...)

Schau mal in Nationalparks, wo man der Natur lange

Leine lässt (z.B. Bayerischer Wald). Da wirst du über den Impact der
Schweine aber überrascht sein.

Da du Wildschweine für was besonderes hältst (ich lach mich tot!!) geb ich dir den Rat: Fahr mal nach Thüringen oder Sachsen-Anhalt oder Brandenburg oder Sachsen oder Berlin. Hier gibt es massenhaft Wildschweine. Und in Sachsen und Brandenburg auch wieder Wölfe...)

Deine Gedankengänge lassen sich großteils mit gewöhnlichen Argumenten
widerlegen.

Hmm. Deine auch. Woran das liegt?

Aber was mich interessieren würde, das ist dein Begriff von

Natur. Was ist das für dich?
Die Definition fällt sehr schwer, da man den Menschen ja nicht rausnehmen
kann, der gehört ja auch zur Natur.

Da haben wir schon einen entscheidenden Punkt. Die entartete menschliche Kultur gehört bei mir nicht (mehr) zur Natur!

Aber als Konstrukt nimmt man gerne den

Zustand, den die Umwelt hätte, würde der Mensch nicht reinpfuschen.

Ja, warum auch nicht?

Und da sei mal überrascht, was die Pilze alles mitmachen müssten. Da gäbe es
dann keine gezirkelten Forste ohne Schweineherden und andere Rumwühler...

Na klar. Das würden sie auch letztlich überstehen. Sind ja daran angepasst.

Aber deshalb muss der Mensch doch nicht noch zusätzlichen unnötigen Stress verursachen. Pflanzen reisst man doch auch nicht aus, man schießt auch beim Pilzesuchen nicht nur so zum Spaß ein paar Vögel oder Wild. Man tritt nicht mutwillig auf eine Orchidee auf eine Schnecke oder auf einen Lederlaufkäfer. Aber Pilze reisst man raus? Diese Logik verstehe ich nicht!!!

Und ob dus glaubst oder nicht, auch Tiere fressen Pilze. Und die haben selten
Messer dabei. Und die sind echte Fanatiker. Denn denen sind die Mycelien
völlig wurscht.
Grüße
Christoph

Viele Grüße zurück,

ajuga

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