Re: Wie kriegt man einen Baumpilz weich?
Hallo Ingo,
zupfen und quetschen hat einen großen Nachteil: bei manchen Porlingen, z.B. in der Gattung Oligoporus, können wichtige Merkmale abhanden kommen - z.B. Kristallschöpfe an den Cystiden lösen sich ab...
Hast du per Zufall mal Diplomitoporus lindbladii und gibst vorher KOH dazu, dann hast du keine Skeletthyphen mehr und das Ding sind gallertig monomitisch aus... die Skelettelemente lösen sich nömlich sehr schnell in KOH.
Bei anderen Porlingen quellen Skeletthyphen einfach nur auf und erscheinen dicker als real...
Daher bitte so schonend wie möglich mikroskopieren: schneiden, dann in Wasser (lebende Zellen!) und ggfls. nachher färben/quellen usw.
LG
Christoph
P.S.: gerade Porlinge schneiden sich so gut und dünn - wenn man scharfe, frische Klingen hat (das ist m.E.n. der häufigste Anfängerfehler... mit stumpfen Klingen kann man ne Mollisia spalten, aber keinen dünnen Schnitt von nem Porling anfertigen)
LG
Christoph
Hallo Ditte!
So eie Mollisia kannst du dir bei der HoBi-Einstellung ansehen (der Graue).
Ansonsten habe ich Andreas bei seinen Rindenpilz- u.
Porlingsmikroskopiertipps eigentlich nichts hinzuzufügen: also so kleine
Stückchen herauszupfen oder absäbeln (ein exakter Schnitt ist meist nicht
notwendig), das man sie mit dem Deckgläschen zu einer durchschaubaren
dünnen Masse drücken kann. Bei besonders harten und widerspenstigen Fällen
KOH dosiert (sonst ist einiges aufgelöst) einsetzen.
Mit trockenen und exsikkierten Pilzen kenne ich mich allerdings auch nicht
aus, nehme bloß frische Sachen.
VG Ingo W