Re: Phellinus?
Liebe Leute, ich hab am letzten Wochenende diesen Pilz an der Unterseite
eines liegenden sehr morschen Astes in einer Bachaue gefunden.
Er ist voll resupinat, ein wenig samtig, schwer vom Substrat zu lösen. Er ist
dimitisch (denk ich), hat lange Zystiden (denk ich) und wie auch auf dem
Photo sichtbar, Inkrustierungen. Ich hab nur zwei Sterigmen an den
zylindrischen Basidien gesehen, was aber nichts heißt. Die Sporen sind
glatt, eiförmig mit einem dicken Tropfen und grünlich, inamyloid, 4,4-5,2
µm lang und 2,3-3,5 µm breit.U.a. die braunen Setae brachten mich auf
Phellinus.
Ich hätte auf ferrugineus getippt, wären da nicht die Inkrustierungen (oder
was ist das sonst?) und die recht großen, sehr labyrinthischen Poren. Die
einzige Art, die ich mit ausdrücklich labyrinthischen Poren gefunden habe
(Jülich) ist Ph. ferrugineo fusco - aber die hat keine Setae - und das
sind doch Setae auf dem Foto oder? Außerdem würde das Substrat nicht
passen.
Was ist es also? Überhaupt kein Phellinus?
Herzlich
Ditte
Hallo Ditte,
mit Phéllinus liegst Du völlig richtig. Ich vermute, dass es sich hier um den Fichten-Feuerschwamm (Phéllinus chrysolóma = Ph. abíetis = Porodaedaléa chrysolóma) handelt. Das Synonym Porodaedaléa weist auf die labyrintischen Poren hin.
Ich glaube, dass Du 3 mikroskopische Befunde falsch interpretiert hast:
Die grünlich gefärbten Sporen sind vermutlich Algen. Die Sporen von Ph. ch. sollten 4,5-5,5 x 4-5 µm groß sein.
Die “Basidie“ mit den 2 “Sterigmen“ ist meiner Meinung nach eine zerquetschte Hyphe.
Bei den “Inkrustationen“ handelt es sich vermutlich um Müll.
Gruß - Schnuffel