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Re: Phellinus?

Werner2 ⌂, (vor 6468 Tagen) 1.517 Beiträge @ Violet

Hallo Ditte - die Substratangabe ist natürlich mit der wichtigste Ausgangspunkt und es reicht nicht, nur festzustellen, dass dort kein Nadelbaum stand.
Gehen wir mal davon aus, dass es - wie Du angibst - Laubholz ist. Phellinus und Inonotus haben solche Setea. Bei Inonotus dürfte nur I. hastifer in Frage kommen, die Sporen würden passen, die Setae eher nicht oder nur teilweise. Wächst nur an Buche. Sollte man mal offen lassen.
Bei den resupinaten Laubholz-Phellinusarten würde ich dann ganz pragmatisch vorgehen:
Für P.contiguus sind die Sporen eigentlich zu klein und für P. ferreus viel zu kurz.
Für P. ferruginosus gefallen mir die Poren nicht. Zu unregelmäßig und vermutlich zu groß. Aber die Fotos enthalten ja leider keine Größenangabe.
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Messe erst mal die Anzahl der Poren pro mm mit Milimeterpapier. Als nächstes must du die FK umdrehen und im Holzspreu der Rückseite nach Mycelialsetae suchen, und zwar unter der Stereolupe. Das sind feine, kleine lange Nadeln, die im Mycel des Substrats in Nestern vorhanden sind. Eigentlich sehr auffällig und mit etwas Übung gut zu finden.
Liegt die Anzahl der Poren bei mehr als 4 per mm und sind Mycelialsetae vorhanden, ist es recht sicher Phellinus ferruginosus. Wenn nicht, muss man weiter überlegen.
Gruß Werner
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Liebe Leute, ich hab am letzten Wochenende diesen Pilz an der Unterseite
eines liegenden sehr morschen Astes in einer Bachaue gefunden.
Er ist voll resupinat, ein wenig samtig, schwer vom Substrat zu lösen. Er ist
dimitisch (denk ich), hat lange Zystiden (denk ich) und wie auch auf dem
Photo sichtbar, Inkrustierungen. Ich hab nur zwei Sterigmen an den
zylindrischen Basidien gesehen, was aber nichts heißt. Die Sporen sind
glatt, eiförmig mit einem dicken Tropfen und grünlich, inamyloid, 4,4-5,2
µm lang und 2,3-3,5 µm breit.U.a. die braunen Setae brachten mich auf
Phellinus.
Ich hätte auf ferrugineus getippt, wären da nicht die Inkrustierungen (oder
was ist das sonst?) und die recht großen, sehr labyrinthischen Poren. Die
einzige Art, die ich mit ausdrücklich labyrinthischen Poren gefunden habe
(Jülich) ist Ph. ferrugineo fusco - aber die hat keine Setae - und das
sind doch Setae auf dem Foto oder? Außerdem würde das Substrat nicht
passen.

Was ist es also? Überhaupt kein Phellinus?
Herzlich
Ditte

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