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Re: Bitte um Hilfe bei der Bestimmung

thkgk, (vor 4752 Tagen) 44 Beiträge @ Jesko

Hallo Thomas,
die Sporen Deiner Milchlinge würde ich mir schon gern mal ansehen, wenn Du
noch einen Beleg hast. Falls nicht, könntest Du ja evtl. nächstes Jahr
etwas trocknen und am besten vorher gleich einen Sporenabwurf machen (da
streuen die Maße weniger). Seit Taxonomie vermehrt mit Hilfe molekularer
Marker betrieben wird, ist es mit den infragenerischen Rangstufen
(Unterart, Varietät, Form) bei Pilzen etwas schwierig geworden. I.d.R.
laufen die molekularen Indikatoren darauf hinaus, dass bspw. frühere
Varietäten einfach nur morphologische Formen ohne jede taxonomische
Bedeutung oder aber ganz klar getrennte Arten sind. Oft ist es so, dass
sich molekular eindeutig getrennte Taxa, bei denen aufgrund der
Unterschiede bspw. in der ITS auch eigenständige Arten vermutet werden
müssen, zumindest mit den bisherigen Mitteln morphologisch nur
unzureichend abgegrenzt werden können (und damit dann auch nicht sicher
morphologisch bestimmbar sind).
Deine subbalaustinus sehen alle danach aus bis auf Foto Nr. 2 - ein
Fruchtkörper mit sehr üppigem Velum am Hutrand und bläulichem Stiel, das
passt nicht zu subbalaustinus. Meine erste Vermutung wäre hier Cortinarius
cohabitans (= Cortinarius saturninus var. bresadolae, Cortinarius
saturninus ss. Brandrud & al. in Cortinarius Flora Photographica,
Cortinarius urbicus ss. N. Arnold), eine recht charakteristische und gut
verbreitete Art bei Salix und Populus tremula.
Viele Grüße,
Jesko

Hallo Jesko, du willst ein paar Sporen? Wenn du so nett darum bittest, dann doch gerne. (;-) Anders wird man in der Milchlingsfrage kaum weiter kommen. Ich habe gerade einen Sporenabwurf (schon ein paar Tage alt) auf einer Glasplatte, den könnte ich mit einer Rasierklinge abkratzen und in Alufolie verpacken. Oder hast du einen anderen Vorschlag? Einen getrocknete Milchling habe ich auch, allerdings nur auf der Heizung getrocknet. Ob man damit was anfangen kann, weiß ich nicht.

Insgesamt sind die molekularbiologischen Methoden für die Taxonomie ein Segen, da sie es ermöglichen den taxonomischen Wert von morphologischen und/oder biochemischen Merkmalen zu bewerten. Im allgemeinen scheint mir das Artkonzept in der Mykologie viel zu eng. Was hat man von Arten, die selbst Experten nicht (immer) sicher auseinanderhalten können. Arten nur aufgrund von Gensequenzen sind natürlich Blödsinn.

Zum Foto Nr. 2. Das Foto ist schon älter, an einen bläulichen Stiel kann ich mich nicht erinnern. Das Ganze ist möglicherweise nur ein Artefakt, der beim Aufhellen des Bildes entstanden ist. Diese dicken weißlichen Velumreste habe ich so auch nie mehr beobachtet, entweder eine Ausnahme oder wirklich eine andere Art. Die rotbraune Hutfarbe gibt es aber auch bei subbalaustinus, wenn die Fruchtkörper stark durchfeuchtet sind, oder? Grundsätzlich könntest du mit deiner Vermutung Cortinarius cohabitans recht haben, Saalweiden und Espen gibt es jedenfalls am Standort. Aber das kann ich im Augenblick werden bestätigen noch widerlegen.
Grüße Thomas

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