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Re: zu D. stigma vs. decorticata

jesko, (vor 4642 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

nach dem makroskopischen Foto der Diatrype in Deinem einleitenden Beitrag, auf dem rotbraune Bereiche der Stromaoberfläche gut zu erkennen sind (hatte ich nicht gleich geschrieben, dass das für mich am ehesten nach decorticata aussieht bzw. Buche oder Hasel gemutmaßt?), aufgrund der - soweit ich sehe - deutlich gefurchten Ostiolen und der Sporenmaße ist das meiner Meinung nach Diatrype decorticata. Diese kommt im Übrigen nicht nur auf Buche vor, auch auf Hasel ist sie ziemlich häufig und verabscheut auch andere Substrate nicht. Ich meine nur, wenn Du mal vergleichen willst, dann suche an Buche, weil das dann mit hoher Wahrscheinlichkeit decorticata sein wird. Dein Fund an Birke kann nun rein vom Substrat her fast alles (außer wahrscheinlich spilomea) sein. Ich finde an Birke in der Tat meistens undulata mit dem dicken Stroma und den kleinen Ascosporen.
"Bark parenchym" ist schlicht das (parenchymatische) Rindengewebe des Wirtsbaumes. Um die Ausbildung der Ostiolen zu beurteilen, kannst Du wie bei Deinen Fotos direkt von oben draufschauen, dann siehst Du die Furchen. Du kannst aber auch versuchen, schräg draufzuschauen oder auch einen Schnitt von der Seite zu betrachten, dann lässt sich besser beurteilen, wie weit die Ostiolen über die Stromaoberfläche ragen. Du könntest stärker vergrößern, also es z.B. mit dem Mikroskop mit einem mittelstarken Objektiv (10-20x) und Auflicht (einfach mehrere starke Lampen draufhalten) versuchen. Das aber nur so allgemein, bei dieser Diatrype-Aufsammlung würde ich wie gesagt kein Problem mit decorticata haben.
Den von Dir angegebenen Schlüssel meinte ich nicht, sondern den bei Chlebicki, der enthält nur die europäischen Arten und schlüsselt zunächst nach Ascosporengröße, das dürfte leichter zu handhaben sein.
Ich pack Dir mal die beiden Artikel zusammen und maile sie ...

Viele Grüße und viel Erfolg mit dem anderen Asco,
Jesko

Hallo Jesko,
herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort! Ich glaube, nicht alle
Asco-Freunde mögen auch die schwarzen Krusten ;-)
Das Substrat mit diesen 3 verschiedenen Ascos drauf werde ich vermutlich
nicht herausbringen. Es kann wirklich fast alles Laubholziges sein. Ist ja
nett: die Diatrype möchte wohl Buche, die Orbilia Hasel... (Gestern habe
ich mir noch Pyreno-Nachschub geholt, darunter ein "Flächiges"
Eckenscheibchen auf Birke (damit ich einmal ein eindeutiges Substrat
habe), das ja dann Diatrype undulata mit noch kürzeren Sporen sein
könnte/sollte - muss ich aber erst noch anschauen.)
Die Diatrype hatte ich inzwischen nochmal unterm Mikro und ein paar weitere
Fotos gemacht, Auflicht siehe unten. Aus zwei Präparaten folgte eine
Sporenmessung (23 Sporen): (6,1)- 6,7 -(7,5) x (1,1)- 1,4 -(1,6)
Den Sporen nach passt nun D. decorticata, der schwarzen Stromaoberfläche nach
eher D. stigma, im u.a. Schlüssel wird nach erhabenen/konischen Ostiolen
gefragt - was ist "bark parenchym"?
Als Literatur habe ich versucht, hiermit zu schlüsseln, mir fehlen aber noch
so einige Fachbegriffe. http://www.fungaldiversity.org/fdp/sfdp/17-11.pdf
Ich denke, das ist eh Deinen Schlüssel-Tipp - oder?
Die Stromaoberfläche kann so

oder so aussehen:
Das ist die oberste Schicht von unten her gesehen (Achtung - event. optische
Täuschung - es handelt sich um konkave Vertiefungen):
Das ist ein schräger Schnitt durch die gesamte Schicht:
Was meinst Du nun dazu?
Übrigens habe ich gestern noch zwei Ästchen aufgesammelt, um an Asco-Nr. 3
(der mit den Lophiostoma-/Massarina-ähnlichen Sporen) weiter zu forschen.
Es ist wirklich alles das Gleiche, müssste also doch eine kommune Art
sein.
Viele Grüße - Rika


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