Re: Weißer Rasling
Hi Eric,
Gibt es überhaupt schon Informationen darüber, ob ein Weißer Rasling jemals
zu erkennbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt hatte? Offenbar
war der Weiße Rasling noch nie der klassische Speisepilz, sodaß die
Entdeckung des Lyophyllins an der Öffentlichkeit doch recht spurlos
vorbeigegangen ist.
Der WR enthält die beiden Stoffe Lyophyllin und Connatin. Wobei Lyophyllin
in hohen Dosen im Tierversuch wohl tatsächlich mutagen wirkt. Inwieweit
sich solche Versuche auf den Menschen übertragen lassen, weiß man nicht.
Das alles geht wohl auf eine Veröffentlichung Steglichs aus den 1980ern
zurück.
Zitat aus Flammer/Horak: "Lyophyllin und Connatin, zwei in diesem
Pilz nachgewiesene, mutagene Substanzen, können theoretisch bei wiederholtem
Verzehr großer Mengen krebsauslösend sein."
Über konkrete Vergiftungsfälle steht da nichts.
Wenn man bedenkt was uns alles an definitv (nicht theoretisch) krebsauslösenden
Substanzen tagtäglich umgibt (von Autoabgasen und Zigarettenrauch bis hin
zum Alkohol) erscheint mir das Risiko das im WR steckt als doch vergleichsweise
gering einzustufen.
Streng genommen wäre eigentlich auch der Zuchtchampignon ein Giftpilz,
da das in ihm enthaltene Agaritin auch im Verdacht steht, krebsauslösend zu sein.
Vor kurzem wurde ein fungizid wirkendes Protein aus einer anderen Lyophyllum-Art
(Lyophyllum shimeji, ein bekannter Speisepilz in Japan) isoliert und auch Lyophyllin genannt.
Georg