Re: Weihnachtsgedanken
Hallo Tanja,
wenn ich etwas "für lieb halte" oder auch "gut heiße", dann weiß ich aber nicht, ob es wirklich gut ist. Ich gehe davon aus, bin davon zwar überzeugt, stehe dazu, weiß es aber nicht.
Das in Religionen oft zitierte "Innere Wissen" ist für mich der Widerspruch schlechthin. Weiß ich, dass es Gott gibt, dann muss ich nicht mehr daran glauben, denn ich weiß es ja... Das "Innere Wissen" ist doch letzten Endes nur das im Menschen verwurzelte Verhalten, die Umwelt zu mystifizieren. Nimm einen "echten" Hardcore-Atheisten und deaktiviere dessen Schläfenlappen des Großhirns und er wird ebenfalls spirituelle Erfahrungen machen (das Gefühl, alles mache einen Sinn, das sich geborgen Fühlen usw.). Man kann das auch durch Meditation erreichen (auch dann reduziert sdich die Aktivität der Schläfenlappen).
Mit Wissen hat das für mich gar nichts zu tun
.
LG
Christoph
Das ist nicht ganz richtig, aber aus unserem heutigen Sprachgebrauch wird es
eben so verstanden.
Hab mir eben die Etymologie von "glauben" aus Wikipedia gefischt:
"Das Wort glauben kommt von mhd. gelouben, ahd. gilouben „für lieb
halten“, „gutheißen“, verwandte Wörter sind „geloben“ oder auch
„verloben“. In diesem Sinne entspricht es dem Wort „Glaube“ und impliziert
die Verpflichtung, etwas für wahr zu halten, das man nicht sieht."
Ich verstehe den großgeschriebenen Begriff "Glaube" auf seinen
persönlichen Glauben bezieht, bleibt von dieser ursprünglichen Bedeutung
viel erhalten. Im gewissen Sinne ist der "Glaube" auch ein
Wissen dessen, was man nicht sieht und vor allem! auch nicht anderen
sichtbar machen kann.
Religionen jeglicher Art versuchen dieses "innere Wissen" durch
Begründungen für andere sichtbar zu machen, was aber so nicht gelingen
kann.
(Man kann aber übrigens Glauben "spürbar" machen.)
VG, Tanja