Re: Weihnachtsgedanken
Hallo Tanja,
wenn ich etwas "für lieb halte" oder auch "gut heiße",
dann weiß ich aber nicht, ob es wirklich gut ist. Ich gehe davon aus, bin
davon zwar überzeugt, stehe dazu, weiß es aber nicht.
Das in Religionen oft zitierte "Innere Wissen" ist für mich der
Widerspruch schlechthin. Weiß ich, dass es Gott gibt, dann muss ich nicht
mehr daran glauben, denn ich weiß es ja...
Hallo Christoph,
nein und ja!
Bist du denn sicher, daß du überhaupt irgendetwas weißt, also wirklich wissen kannst? Jede Wahrnehmung und dazu zählt eben auch das, was wir "Wissen" nennen ist gefiltert durch uns selbst als Person ... daß Blätter grün sind, glaube ich zu wissen. Auch alle anderen menschen glauben das, aber wer sagt mir, daß das nicht eine Religion ist und wir alle demselben Irrglauben anhaften?
Blödes Beispiel, aber mir fällt kein Beispiel ein, was allein anhand der Begrifflichkeit zerpflückt werden kann. Was nennst du wissen?
Ich verstehe meinen Glauben als das einzigste, was ich wirklich wissen kann.
Nun kann man auch diesen Glauben wiederum mit der Entwicklungspsychologie erklären und seine Entstehung aus frühkindliche und vorgeburtliche (und auch noch viel weiter zurückliegende) Erfahrungen herleiten und erklären. Halt sowas wie "Urvertrauen", was eigentlich fast ein anderes Wort für diesen Glauben ist - mit dem Unterschied, daß man sich seines Glaubens bewußt ist.
Glaube und "inneres Wissen" ist in meinem Verständnis kein Widerspruch, da das "innere Wissen" eben "innen" und individuell ist. Ich glaube im Grunde mein inneres Wissen, weil ich in dem Moment wo ich aus der inneren Ebene herauzskommuniziere ein Wort finden muß, was mein inneres Wissen nicht als wahr für andere Menschen darstellt. Man kann sein inneres Wissen nicht auf andere Menschen übertragen und da ist es dann Glaube.
Wenn ein bestimmter Mensch sagt, er glaube dies oder das, dann ist dies oder das sein inneres Wissen ohne daß er den Anspruch hat, es als wahr hinzustellen (und damit quasi eine Religion begründen zu wollen.)
Das "Innere Wissen"
ist doch letzten Endes nur das im Menschen verwurzelte Verhalten, die
Umwelt zu mystifizieren. Nimm einen "echten" Hardcore-Atheisten
und deaktiviere dessen Schläfenlappen des Großhirns und er wird ebenfalls
spirituelle Erfahrungen machen (das Gefühl, alles mache einen Sinn, das
sich geborgen Fühlen usw.). Man kann das auch durch Meditation erreichen
(auch dann reduziert sdich die Aktivität der Schläfenlappen).
Mit Wissen hat das für mich gar nichts zu tun.
Tja, aber was ist dann Wissen?
Wir haben uns in unserer Welt darauf verständigt, gewisse Dinge als wahr und "Wissen" zu verstehen. Das ist ein Wissen der Dinge im Außen.
Vielleicht ist Glaube ein Wissen des Inneren?
Man verheddert sich einfach viel zu schnell auf den verschiedenen Begriffsebenen, um am Ende logisch zu argumentieren und unsere Logik ist ja auch nur eine von vielen....
LG, Tanja
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