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Ricken und Gerüche

Heinz Ebert ⌂, (vor 5008 Tagen) 968 Beiträge @ Der Juergen

Hallo Jürgen (und alle interessierte),

nun hat es mir doch keine Ruhe gelassen, und ich habe in meiner Bibliothek gestöbert. Auf den letzten leeren Seiten meines "Moser" habe ich viele Notizen gemacht und jetzt unter "Ricken" nachgeschaut und unter "Gerüche". Dabei bin ich jetzt auf das "Mykologische Mitteilungsblatt Halle", Ausgabe 16 (1972), Heft 1 gestoßen. Da findet sich auf den Seiten 30 bis 34 ein Aufsatz von Dr. Erich Pieschel/Dresden "Zum 50. Jahrestag des Todes von Pfarrer Dr. Adalbert Ricken". Auf Seite 32 ist dann folgende Passage, die ich hier zitiere:
"Nur hinsichtlich des Geruchs der Pilze sind seine Angaben oft ungenau (vgl. Bach in Myk.Mitt.Bl.2: 7-16, 1958), weil er keinen guten Geruchssinn besaß, sondern sich hierbei auf seine Nichte, Frl. Seipel. stützen mußte. So sind manche Pilze mit deutlichem Geruch als "geruchslos" bezeichnet."

Die zitierte Publikation von Bach (1958) handelt über die Bedeutung von Gerüchen bei der Pilzbestimmung und hat keinen Bezug zu Ricken.

Es war also nicht seine Haushälterin, sondern die Nichte; und sie hieß nicht Seidel, sondern Seipel.

Darüberhinaus muss es aber noch eine Quelle geben, die diese Informationen beinhaltet, sonst wüsste ich nicht, dass Ricken starker Zigarrenraucher gewesen ist.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Heinz,
Sehr interessant! Gibt es da Quellen dazu, dass das so war? Raucher haben ja
tatsächlich einen etwas abgestumpften Geruchssinn ... aber ich glaube, man
braucht keine besonders feinsinnige Nase, um den Gestank des
Schwefelritterlings wahrzunehmen *g*
Ja, so sagt man, aber ich glaube nicht so richtig daran; unser Geruchssinn
ist einfach nur ziemlich "untrainiert", was nichtalltägliche
Düfte anbelangt. Der Rest ist wohl auch eine "Geschmacksfrage"
(Wird in der Sinnesphysiologie als "Hedonik" bezeichnet). Man
darf das nicht miteinander verwechseln; also Geschmacksfrage (oder
Beurteilung) und die Unfähigkeit bestimmte Stoffe riechen zu können.
*g* Ja, da bin ich auch grad dran;-) Da würde mich interessieren, wer diesen
Geruchseindruck in die Bestimmungsliteratur eingeführt hat - ich vermute
dass es Moser war, aber das ist einfach sehr schwierig herauzubekommen,
weil ja jeder vom anderen abkupfert;-)
Grüßle
Jürgen

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