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Re: Pilzberatung im Internet (ZfM)

Huperzia ⌂, (vor 8352 Tagen) 2.287 Beiträge @ Wolfgang Hartwig

Aber zum damaligen Thema "Perlpilz" und das Bestimmen desselben
möchte ich schon noch einen Beitrag bringen - hoffe, dass ich damit
niemand auf den Schlips trete.
Damals lagen drei Bilder vor, eingescant und nicht ganz farbtreu.
Alle drei Bilder zeigen wahrscheinlich, und das betone ich ausdrücklich,
wahrscheinlich den gleichen Pilz. Klaus wollte den ja bestimmen lassen.
Eine Pilzberatung kann dann aber nicht stattfinden, wenn der Stiel
abgeschnitten ist, die Mannschette entfernt ist und der Pilz nicht im
Ganzen zu sehen ist.

Hallo Wolfgang,

Wenn der Schreiber schreibt, daß es sich um EINEN Pilz handelt, besteht für mich kein Grund das anzuzweifeln.
Es wurde ziemlich gut die Manschette gezeigt und schon allein daran hätte man den Perlpilz schon sicher erkennen können. SO EINE Manschette - und die war perfekt abgebildet - haben eben nur die ungiftigen Wulstlinge und diese Manschette hat zudem noch den Perlpilz-Farbton gehabt.

In jedem Pilzverein wird kein einziger Pilz besprochen, der abgeschnitten
wurde.
Aber hier im Forum wird er bestimmt und zwar so eindeutig, dass man ihn sogar
seinen Kindern vorsetzen würde.
Für eine Pilzbestimmung muss der Pilz als Ganzes vorliegen!

Zu einer Pilzbestimmung liegen oft nur Fragmente vor, Putzreste oder Erbrochenes und die Pilze können noch bestimmt werden mit direkter Folge in der Vergiftungsbehandlung. Das Entscheidende ist dabei einen Überblick über die infrage kommenden Arten zu haben, so daß Verwechslungen eben ausgeschlossen werden können.
Gerade in Pilzvereinen werden besonders gerne alte Pilzleichen besprochen, weil die eben am Strittigsten sind und man so auch einen Blick fürs artwesentliche bekommen kann.
Auch in der öffentlichen Pilzberatung können abgeschnittene Pilze freigegeben werden, wenn denn Giftpilze sicher ausgeschlossen werden können. (Beim Stockschwämmchen sollte der Stiel nicht fehlen u.ä.)

Dann kann eine Geruchsprobe, Geschmacks- und Kostprobe, eine Schnittprobe,
Bruch- und Druckprobe, Reib- und Hutabziehprobe durchgeführt werden.

Das ist sicher sehr hilfreich und oft unerläßlich - aber einen Perlpilz kann man eben doch relativ einfach erkennen, wenn die wichtigsten Merkmale da sind.

Niemand möchte irgend jemand schaden und bevor man halt nicht sicher ist,
muss man schon seine Bedenken laut äußern dürfen. Wenn nicht sogar müssen!
Und als Pilzberater sowieso!

....aber wenn man sicher ist, sollte man das auch äußern - gerade auch Pilzberater, sonst käme auch zu Hause bald niemand mehr. Verschiedene Menschen sind bei unterschiedlichen Arten eben unterschiedlich sicher. Einen Rotporigen Röhrling würde ich mich kaum wagen per Internet eßbar zu bestimmen, weil ich die einfach weniger gut kenne und ohne zusätzliche Hilfsmittel eben nicht sicher sein kann.

Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob nicht doch mal jemand per Gericht
entscheiden lässt, dass eine Beratung im Internet (oder andere Medien)
auch dementsprechende Folgen hat, es mischen ja zahlreiche
Pilzsachverständige hier im Forum mit. Denken könnte ich mir das schon,
dass dies eines Tages soweit kommt. Wie der heutige Rechtsstand ist, kann
ich nicht sagen, muss aber ein Pilzsachverständiger ja eh besser wissen.

Es ist nicht so, würde aber an meiner Aussage bezüglich des Perlpilzes auch nichts ändern.

Viele Grüße,

Tanja

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