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Re: Stellungnahme des BfR zum Grünling

arysch, (vor 7899 Tagen) @ DieterB

Hallo zusammen,
die Bedenken zum Verzehr vom Grünling teile ich auch. Bevor eindeutige Beweise nicht vorliegen, sollte man auf jeden Fall auf andere Pilzarten ausweichen.

Ich habe mir die polnischen Vergiftungsfälle aus dem Jahre 2001 näher angesehen (es gibt klinische Studien diesbezüglich). Zum einen eine Mutter mit ihrem Sohn haben in neun nacheinander folgenden Mahlzeiten jeweils 100-300g Tricholoma equestre gegessen. Nach dem Ausbruch von Rhabdomyolyse (Abbau von Muskelzellen) wurden die beiden in ein Krankenhaus angeliefert, die Genesung dauerte 23 Tage. Hier ein englischer Text aus der polnischen Studie:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=12184017...

In einem weiteren Fall wurde ein 5-jähriges Kind 4 Tage lang mit je 300-400g Tricholoma equestre ernährt(!) - auch hier wurde das Kind 12 Tage hospitalisiert, bevor die Symptome abgeklungen sind. Hier ein englischer Text dazu:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=14569913...

Man rechnet damit, dass in Polen Tricholoma equestre von sage und schreibe mehreren hundert tausend Menschen zum Spätherbst gesammelt und verzehrt wird. Ein kleiner Prozent dieser Menschen lebt in armutsähnlichen Verhältnissen und sieht manchmal die Pilze als eine der wichtigen und dazu günstigen Nahrungsquellen.

Die französischen Fälle kenne ich nicht.

Warum das BfR das Risiko nicht so hoch eingestuft hatte? - die oben geschilderten Fälle aus Polen könnten eine Teilerklärung liefern. Übrigens, die Rhabdomyolyse wird auch durch eine übermässige körperliche Betättigung, durch Muskelverletzungen oder auch durch Einnahme von cholesterinsenkenden Medikamenten verursacht,siehe z.B: http://www.baycol-rhabdomyolysis.com/lipobay/

Schöne Grüße, Artur.

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