Re: Incertae sedis?

Krötenhocker, (vor 6832 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Incertae sedis gibt es bei Arten nicht. Du kannst nicht eine Art neu
beschreiben udn sie keiner gattung zuordnen. Wenn Du aber eine neue Art in
einer gattung y beschreibst, dann braucht dich nicht zu kümmern, wo die
Systematiker diese Gattung platzieren.

Das vielleicht nicht, aber ich müßte mich um die Gattung kümmern, in der ich die Art beschreibe. Und damit scheint ja der eine oder andere Erstbeschreiber schon seine Probleme gehabt haben, wenn ich mir mal die Synonymelisten unter einigen Arten anschaue. Und da sind nicht nur Arten bei, wo erst später (also nach der Erstbeschreibung) eine neue Gattung kreirt wurde und sie deshalb einen neuen Namen bekam, sondern auch Arten, die später noch einmal (teils unter anderem Namen) in eben anscheinend falschen Gattungen beschrieben wurden. Wären die Grenzen präziser, könnte man doch viel einfacher recherchieren, ob es schon eine Beschreibung gibt.

Übrigens, wer sind denn die Systematiker, die sich um so etwas kümmern.

Verstehe ich nicht. Eine neue Art ist eine neue Art und muss nicht
synoinymisiert werden, nur weil sie in der "falschen" Ordnung
steht. Wenn Du soweit bist, eine neue Art als solche zu erkennen und zu
beschreiben, dann darf man wohl voraussetzen, dass Du den Überblick über
die gesamte Gruppe hast - egal ob die nun in Ordnung x oder y oder als
incertae sedis (weil nicht sicher ob x oder y) steht.

Aber wenn schon die Gattung incertae sedis ist, führt das doch sehr schnell zu sehr großen Mengen Gattungen, deren Gattungsbeschreibung ich mir durchlesen müsste.

das kommt mir aber reichlich überheblich rüber. Nach dem Motto "was
machen die eigentlich den ganzen Tag und kriegen womöglich auch noch Geld
für".
Und was bedeutet denn schon, dass man nicht genau weiß, wo man die
betreffende Gattung einzuordnen hat? So ETWA ist es ja im Regelfall klar.
Und was bringt Dir das für die Artbestimmung, ob die Gattung Amanita nun in
der Familie Amanitaceae steht oder ob die Familie Pluteaceae heißt, weil
man die beiden Familien zusammenfasst?

Naja, anhand der Sporenpulverfarbe hätte ich doch schon mal die eine Hälfte nicht mehr genauer unter die Lupe nehmen müssen, oder?? (Hoffe, ich liege mit der Aussage richtig, weil ich das jetzt nicht irgendwo nachrecherchieren kann, fahr gleich noch einkaufen)

Ist es denn besser, alles irgendwo
einzuordnen, nur um alles vom Schreibtisch zu haben, und dann muss man
immer wieder hin und herräumen, weil es auch in andere Schubladen passen
könnte? Oder immer neue Schubladen dazukaufen? Dann hast Du irgendwann
eine Ordnung, in der DU dich zurechtfindest, alles ist weggeräumt und in
Schubladen - aber der nächste der bei Dir was sucht hat vielleicht ein
anderes Ordnungssystem und schon ist er wieder am suchen in deiner
wunderbaren Ordnung. Und wer bestimmt den, wem sein Ordnungssinn nun der
ordentlichste, logischste, "richtigste" ist?

Aber irgendwer bestimmt (oder hat doch) die jetzige Systematik bestimmt.
Und die hat auf alle Fälle den Nachteil, das man nirgendwo zentral nachschauen kann, was gerade Gültigkeit hat. Dafür sollte die Politik mal ein paar Steuergelder locker machen und vielleicht eine der vorhandenen Datenbanken als Status-Quo-Zentrale unterstützen.

Überheblich wollte ich übrigens nicht rüberkommen und habe mich auch nicht so gefühlt!

Ich habe den Eindruck, du stellst Dir das etwas zu einfach vor.

Ich habe mir das in der Tat etwas einfacher vorgestellt. Eben logischer, "ja oder nein" und nicht "könnte" oder mit deinen Worten: ETWA.
Ich werde aber so nach und nach geheilt von meiner optimistischen Sichtweise auf die Systematik.
Ich käme auf alle Fälle mit mehr Schubladen besser klar, aber das könnte ja auch ein Anfängersymptom sein und auf die fehlende Übersicht zurückzuführen sein.

Beste Grüße und danke für deine Geduld,

Jens

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