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Re: schadstoffbelastung von pilzen am straßenrand

Wolfgang F., (vor 9519 Tagen) 552 Beiträge @ Katja Tödter

Pilze sind als Reduzenten dafür geschaffen erstmal
alles aufzunehmen, was sie bekommen können - eben auch Schadstoffe. Alles,
was bei einer "normalen" Pflanze an der Oberfläche bleibt, weil
von der Zelle als nicht verwertbar erkannt, wird vom Pilz eher aufgenommen
und dann auch im Fruchtkörper eingelagert.

Hallo Katja, Dein Beitrag klingt ein wenig so, als seien die Pilze zu primitiv entwickelt, um zu unterscheiden, was gut für sie ist.

Das ist natürlich nicht so. Wie alle Lebewesen, brauchen auch Pilze Spurenelemente und haben deswegen Strategien entwickelt, Metalle anzureichern.

Wenn der Mensch nun Elemente, die natürlich nur in sehr fest gebundener Form auftreten oder sehr selten sind, in löslicher Form in die oberen Bodenschichten bringt, gibt es "Verwechslungen". Der Anreicherungsfaktor Pilz/Boden liegt bei Cadmium für Champignons zwischen 100 und 300. Dabei unterscheiden sich Pilze nicht grundsätzlich von Pflanzen, Paranüsse haben z.B. für Plutonium einen Anreicherungsfaktor von 10.000 (oder 100.000? weiß nicht mehr so genau).

Eine Angabe über den Anreicherungsfaktor kannst Du nur für ein Schwermetall und eine (Pflanzen- ,Tier-, Pilz-)Art machen, und dann hängt es noch von Witterung, Boden, etc. ab.

Neben Straßen ist die Bleibelastung stark erhöht, und ich wüßte auch gerne eine Angabe darüber, wie lange es dauert, bis Blei im Boden in unlöslicher Form gespeichert und damit unschädlich gemacht wird. Glücklicherweise tanken ja die neueren Autos bleifrei, so daß sich das Blei-Problem in den kommenden Jahrzehnten langsam abmildern wird.

Wolfgang

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