Re: schadstoffbelastung von pilzen am straßenrand
Hallo Wolfgang,
ich bin untröstlich, daß ich mich so höchst laienhaft ausgedrückt und damit unsere geliebten Pilze in die primitive Ecke gestellt habe. Werde mich Samstag früh im Wald bei ihnen persönlich dafür entschuldigen.
Katja
Hallo Katja, Dein Beitrag klingt ein wenig so, als seien die Pilze zu
primitiv entwickelt, um zu unterscheiden, was gut für sie ist.
Das ist natürlich nicht so. Wie alle Lebewesen, brauchen auch Pilze
Spurenelemente und haben deswegen Strategien entwickelt, Metalle
anzureichern.
Wenn der Mensch nun Elemente, die natürlich nur in sehr fest gebundener Form
auftreten oder sehr selten sind, in löslicher Form in die oberen
Bodenschichten bringt, gibt es "Verwechslungen". Der
Anreicherungsfaktor Pilz/Boden liegt bei Cadmium für Champignons zwischen
100 und 300. Dabei unterscheiden sich Pilze nicht grundsätzlich von
Pflanzen, Paranüsse haben z.B. für Plutonium einen Anreicherungsfaktor von
10.000 (oder 100.000? weiß nicht mehr so genau).
Eine Angabe über den Anreicherungsfaktor kannst Du nur für ein Schwermetall
und eine (Pflanzen- ,Tier-, Pilz-)Art machen, und dann hängt es noch von
Witterung, Boden, etc. ab.
Neben Straßen ist die Bleibelastung stark erhöht, und ich wüßte auch gerne
eine Angabe darüber, wie lange es dauert, bis Blei im Boden in unlöslicher
Form gespeichert und damit unschädlich gemacht wird. Glücklicherweise
tanken ja die neueren Autos bleifrei, so daß sich das Blei-Problem in den
kommenden Jahrzehnten langsam abmildern wird.
Wolfgang