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Re: Lactarius trivialis leider gar nicht so trivia

Krötenhocker, (vor 6141 Tagen) 1.516 Beiträge @ Andreas

Hallo Andreas,

Mit diesem Equipement mag es durchaus sein, dass man sinnvoll statistisch
berehcnen kann, weil die ermittelten Sporengrößen eben auch genau sind und
nicht auf 0,2 µm geschätzt wie beim Messen im Mikroskop.

dazu kommt aber auch noch, dass in meinen moderneren Büchern immer wieder statistisch ermittelte Sporenwerte aufgeführt sind. Ich also wohl am besten die gleiche Methode anwende.

Ich mach das etwas gefühlsmäßig. 20 messe ich immer (vorausgesetzt ich finde
so viele messbar, in alten Exsikkaten ist das manchmal nicht möglich), je
nach Variationsbreite dieser 20 und auch etwas Beeinflusst von der
persönlichen Wichtigkeit des Fundes auch ein paar mehr (30, 40 oder gar
50). Also Mollisien werden fast immer mit mehr als 20 gemessen ....

Genau das ist es, was ich ja nicht können kann. Für "gefühlsmäßig" bräuchte ich ja schon mal eine respektable Grundkenntnis, wo ich denn die Grenzen ziehe.
Allerdings wird natürlich die statistische Auswertung erst mit größerer Zahl von Messungen genauer und deine Methode führt bei geringer Sporenzahl wahrscheinlich wirklich zu einem brauchbareren Ergebnis, eine gewisse Streuung der Sporengrößen vorrausgesetzt.

Jaaaaa, aaaber - das setzt voraus, dass man auch wirklich brav nur Sporen
misst, die flach seitlich liegen . Ich habe bisher noch nicht einen
einzigen Bildschirmmesser angetroffen, der sich an diesen Grundsatz
gehalten hätte. Im Regelfall wird alles gemessen, was nur nen annähernd
scharfen Umriss zeigt. Damit führt man dann schnell seine eigene ach so
genau statistische Auswertung ad absurdum.

Okay, wir haben uns ja auch noch nicht getroffen! Aber ich habe einfach mehrere Aufnahmen unterschiedlicher Sporenanhäufungen unter dem Deckglas gemacht und somit liegen mir genug seitlich liegende Apikuli bei mehr oder weniger scharfer Umrisskante der Spore vor. Und die Fragen nach der richtigen Art und Weise der Sporenmessung hatte ich hier ja schon netter Weise komplett beantwortet bekommen und versuche mich natürlich auch an diese Vorgaben zu halten.

Wenn ich mal ein fest installiertes Kamerasystem auf meinem Mikroskop habe,
dann werde ich das vermutlich ebenso machen. Nicht weil ich der Meinung
bin, bessere Messergebnisse zu erhalten, sondern weil ich denke, dass es
schneller geht.

Zum einen geht es womoglich wirklich schneller und zum anderen kann man ja auch einfach ein paar Aufnahmen abspeichern und in einer ruhigen Stunde auswerten. So habe ich es jetzt hier mit dem trivialis auch gemacht, der aus dem Spätsommer war und ich habe erst jetzt gemessen.

Aber der größte Vorteil ist doch wirklich, das ich für die Auswertung erst mal kein großes Grundwissen über Sporengrößenverteilung (welche wird gemessen und welche ist womöglich zu klein, usw.) benötige. Ich spreche hier nicht von der Interpretation der Ergebnisse, sondern nur von der Datenermittlung.
Zur Interpretation hatte ich dann ja hier eingeladen und dankenswerter Weise deine Auslegung der Messungen erhalten.

LG, Jens

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