Re: Lactarius trivialis leider gar nicht so trivia
Hallo Ingo,
So, wie du im anderen Beitrag schreibst, ist es für dich bequem mit so einer
Auswertung. Ok, das ist ein Argument!
Nicht nur bequem, sondern auch jederzeit für jeden, der sich dieser Methodik bedient, nachvollziehbar. Und, wie ich eben schon Andreas geschrieben habe, benötige ich erstmal nicht diese Erfahrung zum Aussortieren der Ausreisser.
Worauf ich eigentlich anspiele, sind die Resultate solcher "sehr genauen
Messungen". Es wird im Ergebnis oft um 1,5 µm bei Sporenlängen
gestritten, ohne das Gesamtpaket des Pilzes im Blick zu behalten.
Da habe ich keinen Durchblick, aber ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass Pilze abhängig von verschiedensten Faktoren auch unterschiedlich große Sporen erzeugen. Wie weit das allerdings zutrifft, wird doch bestimmt schon mal jemand untersucht haben.
Ich sehe ganz oft in der Literatur neubeschriebene Arten, die bloß aufgrund
solcher geringer, "übergenauer" Messungen entstanden sind
(meiner Meinung nach auf jeden Fall).
Gerade bei den Ascos (entschuldige, wenn ich damit schon wieder anfange)
gibt´s etliche Phantom-Arten, die nur dadurch entstanden, dass die Art
unreif oder überreif, vital oder tot, trocken oder nass beschrieben wurde.
Ich habe nichts gegen Ascos und ich werde mich mit ihnen über kurz oder lang auch mehr befassen. Ich hoffe, das du dann schon viele Phantom-Arten raussortiert hast.
Meiner Meinung nach, ist es viel wichtiger, die gleiche Art in verschiedenem
Alter zu dokumentieren, sei es die Farbe oder Eigenheiten, die mit dem
Alter oder der jeweiligen Feuchtigkeit zusammenhängen.
da magst du recht habe, aber bisher habe ich immer gelesen, dass auch die Sporengröße eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Aber mir ist schon klar, dass man die Natur nicht nur meßtechnisch erfassen kann. Ist halt nur ein weiteres Puzzelteilchen auf dem Weg der Erkenntnis.
Das ist es eigentlich, wofür ich plädiere. Ich lehne deine Art und Weise der
Auswertung nicht ab, bloß du solltest sie nicht überbewerten.
Nana, ich habe dich immer noch vor meinem inneren Auge, stehend klatschend 
LG, Jens