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Re: Netzst. Hexenröhrling-Effekte mit Koffein/Teei

geli ⌂, (vor 9155 Tagen) 28 Beiträge @ Boletus

Hallo Birgit
Seit gut 10 Jahren führe ich in der Schweiz eine amtliche Pilzkontrollestelle
für drei Gemeinden . In dieser Zeit habe ich ca. 500 kg Parasolpilze den
Sammlern zum Verzehr freigegeben. In keinem Fall sind bei der Konsumation
Probleme aufgetreten.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Art auch ab und zu verwechselt wird.
Ich stelle fest, dass wenig erfahrene Sammler jede grössere Makrolepiota
als Parasol betiteln. Ich nehme deshalb an, dass bei gastrointestinalen
Reaktionen nach dem Genuss nicht procera , sondern M. rachodes var.
hortensis (Gartenform des Safranschirmlings), verantwortlich gemacht
werden muss. Der dabei konsumierte Alkohol wird dabei keine Rolle für die
gesundheitlichen Probleme gespielt haben. Es ist erwiesen, dass diese Art
bei empfindlichen Personen Probleme auslösen kann. Der
Giftriesenschirmpilz, M. venenata wäre eine andere Möglichkeit für
Spekulationen. Ich persönlich glaube aber, dass dieser Pilz infolge seiner
Seltenheit ausgeklammert werden kann.
Der netzstielige Hexenröhrling ist bei uns nicht auf der Speisepilzliste. Der
Grund dafür liegt in der Unverträglichkeit zusammen mit dem Alkohol.Das
heisst, dass ich diese Art nicht zum Verzehr freigeben darf. Deshalb kann
ich hier keine Aussagen machen weil die Erfahrung fehlt. (Kann mir die
Sache mit dem Tee, Kaffee jedoch nicht vorstellen !)
Herzliche Grüsse
Sepp

Hallo Sepp und an all die Anderen zu diesem Thema,

hier ist Geli, mir hat mein Pilzberater das alles erzhählt wie Du von Birgit sicher gehört hast. Da ich mich auch ein klein wenig auskenne und mich ebenso, wie Ihr jetzt, gewundert habe, habe ich ihn natürlich sofort auf die Gartenform des Safranschirmlings sowie auf den sehr seltenen Giftriesenschirmpilz und andere Schirmlingsarten angesprochen! Er versicherte mir jedoch er habe die Pilze vorher selber gesehen und es wären eindeutig echte Parasol gewesen. Auch ihm seien solche Fälle vorher noch nie zu hören gekommen. Da die Leute aber nicht einfach ein wenig Magen-Darmprobleme hatten ( sie mußten immerhin 3 Tage stationär im KH verweilen! ) geht er schon von einer echten Vergiftungsreaktion in Verbindung mit dem dazugetrunkene Alkohol aus. Näheres weiß ich aber leider auch nicht. Er hat mir dann eben auf meine weitere Frage mit allergischen Reaktionen erklärt, daß dies bei einigen Pilzarten ( so. z.B. auch beim Butterpilz) vorkommen kann, aber bei Pilzen wie dem Netzi wären Reaktionen in Verbindung mit Alkohol eben keine allergischen mehr, sondern in dedem Falle eine Art von Vergiftungsreaktion.
Wenn wir das mit den Fällen mit den Parasolpilzen aufklären wollen, muß ich meinen Pilzberater halt nochmal näher ausfragen!?

Gruß Geli

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