Re: Netzst. Hexenröhrling-Effekte mit Koffein/Teei
Hi geli,
hier ist Geli, mir hat mein Pilzberater das alles erzhählt wie Du von Birgit
sicher gehört hast. Da ich mich auch ein klein wenig auskenne und mich
ebenso, wie Ihr jetzt, gewundert habe, habe ich ihn natürlich sofort auf
die Gartenform des Safranschirmlings sowie auf den sehr seltenen
Giftriesenschirmpilz und andere Schirmlingsarten angesprochen! Er
versicherte mir jedoch er habe die Pilze vorher selber gesehen und es
wären eindeutig echte Parasol gewesen. Auch ihm seien solche Fälle vorher
noch nie zu hören gekommen. Da die Leute aber nicht einfach ein wenig
Magen-Darmprobleme hatten ( sie mußten immerhin 3 Tage stationär im KH
verweilen! ) geht er schon von einer echten Vergiftungsreaktion in
Verbindung mit dem dazugetrunkene Alkohol aus.
Diese Verbindung halte ich halt für fragwürdig. Es gibt da noch x Fragen zu klären, wie z.B.: Haben die Leute vorher schon mal Parasol gegessen? Mit oder ohne Alkohol? Wurde der Magen ausgepumpt? Alleine das Magenauspumpen kann bei empfindlicheren Personen alleine für einen dreitägigen Krankenhausaufenthalt ausreichen z.B. durch einen erfolgten Kreislaufkollaps. Weitere Fragen fallen mir auf ANhieb nicht ein. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang, daß jeder Pilzberater, der Vergiftungsfälle im Krankenhaus betreut, die Patienten befragt und die Ergebnisse an die DGFM weiterleitet, so könnte man wenigstens mal eine ungefähre Statistik erstellen. Wird das gemacht???
Näheres weiß ich aber
leider auch nicht. Er hat mir dann eben auf meine weitere Frage mit
allergischen Reaktionen erklärt, daß dies bei einigen Pilzarten ( so. z.B.
auch beim Butterpilz) vorkommen kann, aber bei Pilzen wie dem Netzi wären
Reaktionen in Verbindung mit Alkohol eben keine allergischen mehr, sondern
in dedem Falle eine Art von Vergiftungsreaktion.
So wird ein Schuh draus, das klingt schon ganz anders. Beim netzstieligen Hexenröhrling kann man vielleicht tatsächlich von einer Vergiftungsreaktion (die halt nur einige Leute trifft) in Verbindung mit Alkohol sprechen, es handelt sich wohl offensichtlich nicht um eine allergische Reaktion. Aber diesen Wirkmechanismus ohne abgesicherte Daten auf ganz andere Pilzarten auszuweiten, ist nicht korrekt. Also kann man nicht einfach sagen, daß jede Unverträglichkeits- oder Vergiftungsreaktion, wenn auch noch Alkohol getrunken wurde, auf eine Alkoholunverträglichkeit des Pilzes zurückzuführen ist.
Eine Frage die mir auch noch niemand beantworten konnte ist, wo Unverträglichkeitsreaktionen aufhören und Giftigkeit anfängt. Wobei klar ist, daß ich darunter nur leicht magen-/darmgiftige oder "unverträgliche" Pilze betrachte, die keine landauernden Organschäden verursachen und die nicht alle Konsumenten betreffen. Ich meine solche Pilze wie z.B. den rotstieligen Ledertäubling, Hallimasch, Safranschirmlinge(in der "Gartenausführung"), vielleicht auch noch Butterpilze etc.. Es gibt z.B. auch Leute die Karbolchampignons, die ja giftig sind, ohne Probleme essen können. (Bevor jetzt noch Proteste kommen. sowas wie Frühjahrslorcheln, Kahle Kremplinge und Grünlinge meine ich auch nicht).
Wenn wir das mit den Fällen mit den Parasolpilzen aufklären wollen, muß ich
meinen Pilzberater halt nochmal näher ausfragen!?
Kannst du gerne machen 
Liebe Grüße
Birgit