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Re: bohrende Fragen ;-)

geli ⌂, (vor 9154 Tagen) 28 Beiträge @ Birgit

Hi geli,
Daß ich in diesem Fall alles ganz genau wissen will liegt an zwei Dingen (die
du beide allerdings nicht wissen konntest :-))
1. bin ich Naturwissenschaftlerin und will daher eigentlich immer alles ganz
genau wissen und ich wills dann auch "bewiesen" und statistisch
abgesichert haben. (man denke nur mal an das Märchen vom vielen Eisen im
Spinat, das war auch ein jahrzehntelang abgeschriebener Fehler, wo
jemandem eine Kommastelle verrutscht ist. Der Tee/koffeineffekt könnte ja
wie Georg schrieb auch sowas sein.)
2. bin ich seit einigen Wochen selbst Pilzberaterin (mache allerdings im
Moment keine Beratung und bin auch nicht als Ansprechpartner für
Krankenhäuser eingetragen). Nachdem die Ausbildung noch relativ frisch und
daher auf dem neuesten Stand ist, hätte es mich sehr gewundert, wenn man
uns zu dem Tee/koffeineffekt und auch zur ALkoholunverträglichkeit des
Parasols nix gesagt hätte.
Richtig und so lange ich nicht kausal erklären kann, muß ich ne statistische
Grundlage haben.... Ich bring mit Pilzunverträglichkeiten oder
potentiellen ALlergien und Warnungen vor den entsprechenden Pilzen oft ein
nettes Beispiel: Was meinst du wieviel Leute bereits am Genuß von
Erdbeeren gestorben sind, weil sie allergisch darauf reagieren? (Oder
Nüsse oder Krabben....) Es sind ne ganze Menge, weil Erdbeerallergie sehr
häufig ist. Trotzdem kommt niemand auf die Idee vor dem Genuß von
Erdbeeren zu warnen. Beim Butterpilz ist 1! Person auf Grund einer
Allergie gestorben, was dazu führt, daß in einigen Büchern vom Genuß
abgeraten wird. Da erscheinen mir die Verhältnismäßigkeiten nicht gewahrt
und deswegen reagiere ich skeptisch, wenn immer neue Geschichten über
Pilzunverträglichkeiten erzählt werden. Anders verhält es sich zum
Beispiel mit dem Grünling, da fand ja ne wissenschaftliche Untersuchung
statt, auch wenn das noch weiter untersucht werden muß, würde ich
niemandem mehr zum Genuß von Grünlingen raten.
Ich kann sehr wohl zwischen Giftpilzen und Speisepilzen unterscheiden, muß
ich ja können (und ich hab mich - obwohl ich noch nie als Ratsuchender bei
der Pilzberatung war - noch nie vergiftet), Information ist sehr, sehr
wichtig, das ist klar. Daß Laien manchmal etwas eigenartige Beurteilungen
haben welcher Pilz giftig sein könnte, ist mir auch klar. Ich hab gestern
beim Pilzesammeln und auch bei der Münchner Pilzausstellung Leute
getroffen, die spontan Trompetenpfifferlinge und flockenstielige
Hexenröhrlinge vom Aussehen her als giftig beurteilt haben. Warum -
ebenfalls keine Ahnung.
Ich muß als Pilzberater warnen vor unverträglichen Pilzen, allerdings sage
ich dann, daß dieser Pilz Unverträglichkeiten hervorrufen kann und die
Leute selber entscheiden müssen ob sie ihn essen wollen. Wenn sie sich
dann dafür entscheiden ihn zu probieren, sage ich ihnen auch noch, daß sie
den Pilz erstmal solo in kleiner Menge probieren sollen, damit sie sehen,
ob sie ihn vertragen (was man eigentlich generell mit Pilzen machen
sollte, die man noch nie gegessen hat). Aber ich mach das nur bei Pilzen
wo Unverträglichkeiten sicher bekannt sind.
Außerdem muß ich als Pilzberater auch zu alte, vergammelte oder schlecht
gelagerte Pilze raussuchen, die mit SIcherheit für einige angebliche
Unverträglichkeiten und Pilzvergiftungen verantwortlich sind. Auf die
richtige Art der Zubereitung und auch auf die richtige Menge (wer 1 kg
Pilze auf einen Satz verdrückt, bekommt halt auch Probleme....) sollte man
eigentlich auch noch hinweisen....
Das ist richtig, aber da brauchts schon ein bißchen mehr Anhaltspunkte für
einen solchen Verdacht. Bei dem Artikel über den Grünling wurde sorgfältig
recherchiert (und viele mögliche Ursachen im Vorhinein ausgeschlossen) und
auch Tierversuche durchgeführt, ich hab ihn in AUszügen gelesen und werde
ihn sicher auch noch ganz lesen. AUch in diesem Fall müssen noch weitere
Untersuchungen folgen. Oben hab ich noch einiges zum Grünling geschrieben.
Liebe Grüße
Birgit

Hallo Birgit

Deinen Ausführungen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Ich persönlich werde halt hellhörig und informiere mich wenn ich von irgendwelchen, wenn auch dubiosen" Fällen höre, da ich seit ein paar Jahren weiß, daß ich dazu neige "allergisch zu reagieren", ich bin kein Allergiker, habe aber im Körper einen viel zu hohen IGE-Wert und keiner weiß genau warum. Sie sagten mir es könne sein daß ich von heute auf morgen auf dieses oder jenes (Lebensmittel, Pollen, Gräser etc.) reagieren könne. Ich hab mich daher mit den verschiedenen Formen "allergischer Reaktionen" ausführlicher beschäftigt. Dies hier genauer aufzuführen führt aber zu weit. Tatsache ist in jedem Fall, daß es viele Leute mit diesem Problem gibt, von daher ist es sicher wichtig und richtig den Ratsuchenden als Pilzberater, ohne den Leuten Angst zu machen, von Unverträglichkeiten bei Pilzen zu berichten, und ihnen dann, wie Du auch schon sagtest, die Entscheidung selbst überläßt. Bei so Fällen wie die Geschichte mit den Parasolpilzen, sollte man natürlich mehr gesicherte Infos erhalten und ggfs. wissenschaftliche Tests durchführen!
Wegen der Sache mit dem Kaffee und Tee werde ich meinen Pilzberater schon noch mal ansprechen wo er denn das her hat, bzw. auf welche Quelle er sich beruft. Denke aber, daß wir das nicht so ernst nehmen müssen, ich esse jetzt seit meiner Kindheit Pilze und trinke viel Kaffee und Tee und habe da noch nie darauf geachtet und auch noch nie eine echte "Vergiftung" durch Pilze gehabt!

Gruß Geli

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