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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

HARZPILZCHEN, (vor 5340 Tagen) 5.831 Beiträge @ Wolfgang P.

ich würde es machen wie Andreas, und ausreichend Material mitnehmen, um die
Variabilität der Art in allen Entwicklungsstadien studieren zu können (3-4
Fruchtkörper sind - je nach Gattung - dafür noch zuwenig). Sogar wenn der
Standort in einem NSG liegt. Dass man im Gelände schon weiß, dass es sich
um die sehr seltene Art xy handelt, die nur 3 Fundpunkte in D hat, ist
doch der völlig seltene Ausnahmefall (in dem ich vielleicht auch anders
reagieren würde).
Bei mir ensteht durch diese Arbeitsweise die moralische Verpflichtung (im
Fall eines NSG sogar die rechtliche Verpflichtung), die Kollektion
tatsächlich nach bestem Wissen zu untersuchen, und die Ergebnisse
irgendwann der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Fall von NSG's habe
ich mit dieser Position die Naturschutzbehörde auf meiner Seite, denn
genau dafür hat sie mir eine Ausnahmegenehmigung erteilt.
Falls Du mal in die Verlegenheit kommst, mir einen Standort einer seltenen
Pseudobaeospora zeigen zu sollen, kann ich Dir aber versichern: ich würde
nur ein Foto machen und alle Fruchtkörper stehen lassen, weil ich darauf
vertrauen würde, dass Du vorher die oben genannte Arbeitsweise selbst
angewendet hast.

Moin Wolfgang

Danke für deine Meinung. Du hast dich doch auch gefreut, das du ein paar Fruchtkörper von Tulostoma pulchellum erhalten hast, oder? Warum auch nicht. Es ist mithin der wohl einige Standort einer viel selteneren Art, Fruchtkörper liegen nun schon bei verschiedenen Mykologen, zu deren Freude, zur Untersuchung und zur Dokumentation. Am Standort erscheinen immer neue Fruchtkörper, solange, bis der geplante großflächige Solarpark dort umgesetzt wird. Start dieses Jahr.
Wer ein paar Standortfotos machen will, z.B. zur nächsten DGfM Tagung, den zeige ich gerne diese Pilze. Es sollten dann aber neidlose Mykologen sein, die auch etwas Material mitnehmen dürfen, bevor die Baumaschinen den Standort zerstört haben.

Nun ein entspannter Wochenendgruß, nachher geht es in die Hochmoore im Oberharz, mit viel Optimismus, sehr seltene Funde zu machen, mitzunehmen und zu dokumentieren.

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