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Re: 1. Becher gesmafft

Krötenhocker, (vor 5372 Tagen) @ Christoph

Hallo Christoph,

ich gebe da Andreas (G.) Recht, zumindest in Bezug auf Basidiomyzeten.

Bei seiner Aussage ging es allerdings um Ascos.

Sporenvolumina sind bei denen wohl eher in der Ausnahme normalverteilt.
Das liegt daran, dass jede Sporenmessung eine Mischung unterschiedlicher
Sporenpopulationen darstellt - es gibt neben 4-sporigen Basidien (als
Standardfall) auch zweisporige im selben Fruchtkörper oder einsporige, die
jeweils andere Volumina als Durchschnitt bilden. Die Verteilung sollte
daher immer rechtsschief sein.

Ich stimme dir mit der möglichen Mischung zu, muß aber nach einigen eigenen Studien meinerseits sagen, dass gerade bei Basidios ich kaum mal eine richtig schiefe Verteilung hatte. Da aber auch dafür eine Bewertung im Prog möglich ist, werden die Stichprobenergebnisse zu div. Gattungen/ Arten ja zeigen können, wann es so keinen Sinn macht. Die problematischen Arten/Gattungen können dann ja ohne Probleme irgendwo veröffentlicht werden.

Dazu kommt, dass die größeren Sporen von einzelnen zweisporigen (.ö.ä) - Basidien, oder Sporen, die aus was weiß ich für Gründen sonst eine Mehrkernigkeit aufweisen, als Ausreißer rausfliegen würden.

Deshalb ist due Grundannahme einer
Normalverteilung m.E. schon rein theoretisch nicht korrekt.

Ohne die Grundannahme der Normalverteilung wären wir wieder bei MIN-MAX und könnten uns den ganzen Kram sparen.
Die Grundannahme ist auch nach deiner Argumentation korrekt, nur das es dann eine Mischung aus 2 oder mehreren Normalverteilungen wäre.

Bei meinen Sporenmessungen kamen auch meist rechtsschiefe Verteilungen heraus
(ich habe mal mehrere Tausend Kremplingssporen vermessen).

Dann hättest du doch super eine Mehrgipfeligkeit sehen können. Das schafft man ja mit kleineren Stichproben schlecht. Kannst du mir mal die Messwerte zukommen lassen?

Bei manchen Gattungen kann die Heterosporie sogar sehr deutlich sein, wenn
zwei unterschiedliche Basidientypen unterschiedlich große Sporen
produzieren - so z.B. bei manchen Amaniten (in den Tropen ist das bei
Saftlingen der Hygr. firma-Gruppe ganz extrem). Hier ist auch die
prozentuale Zahl zwei- unter den sonst voersoprigen Basidien teils
interessant und kann durch die Rechtsschiefe der Verteilung teils
nachträglich abgeschätzt werden...

In meiner programmbegleitenden Doku erwähne ich irgendwo, dass es bei bestimmten Arten/Gattungen aus obigen Gründen sein kann, dass man an die Grenzen der sinnvollen Sporenmessung unter diesen Bedingungen stoßen kann.
(Alternative?: Sporenkerne anfärben und Sporen nach der Anzahl der Kerne vermessen)

Das nur als Gedanken dazu, obwohl ich das Tool noch nicht selbst
getestet/verwendet habe.

Versuchs einfach mal. obwohl bei 1000 und mehr Sporen mußt du wahrscheinlich Geduld aufbringen.Mehrere "Tabellenwerte" werden über Näherungsverfahren errechnet und die habe ich noch nicht optimiert. Schon bei 100 Messwerten dauert es, jetzt gefühlt, 2 Sekunden, bis alles errechnet ist. da hätte ich dann gerne mal die Approximationen der Funktionen, die Excel verwendet.

LG, Jens

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