Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"
Die Sammeln doch meist nur Maronen, Steinpilz und Rotfüße (von denen halte ich ja kulinarisch so gar nichts!).
Hallo Leonie,
da muss ich dich leider korrigieren. Bei uns im Schönbuch und um Stuttgart rum wird alles eingesammelt was Röhren hat. Die Hexenröhrlinge bleiben ab und an stehen (obwohl sie häufig sind). Aber dafür habe ich schon mehrmals abgeschnittene Königs-Röhrlinge entdecken müssen, ohne dass ich weiss wer die sammelt. 20 leuchtendgelbe Stielstümpfe mit 3-5 cm (!) Durchmesser .... Außerdem wird der Sommersteinpilz gerne gesammelt, und an manchen Stellen haben wir da dann auch den Schwarzhütigen Steinpilz und den Anhängsel-Röhrling dabei. Die wandern natürlich genauso (oft unerkannt) in den Kochtopf. Ebenso B. pseudoregius, fechtneri, depilatus und der Fahle Röhrling, Xerocomus moravicus und auch Boletus radicans. Bei letzterem wünsche ich mir ja sehr, dass die denn dann auch gegessen haben.
Leider ist es mir bisher nur einmal gelungen, einen Pilzsammler auf diese seltenen Röhrlinge hinzuweisen. Er hat mir zwar versprochen, in Zukunft andere zu nehmen, aber im nächsten Jahr waren die aereus halt wieder abgeschnitten. Ob von ihm oder jemand anderem weiss ich natürlich nicht. Jedenfalls ist's ziemlich frustrierend 
Witzigerweise wird auf einem der beiden Waldfriedhöfe mit interessantem Pilzbestand grundsätzlich alles freßbare abgegrast (man kann's nicht anders nennen), auch die Netzstieligen Hexenröhrlinge und selbst Amanita solitaria und Korallenpilze. Alles nicht eßbare wird umgetreten. Kaum Chancen für einen Pilz zu fotogener Größe heranzuwachsen. Und dieser Friedhof ist ein Schatzkästchen !!! Auf dem anderen wird dagegen überhaupt nicht gesammelt. Ich habe noch nie einen abgeschnittenen oder umgestossenen Pilz dort gesehen und ich bin fast wöchentlich dort. Schon merkwürdig irgendwie, wie unterschiedlich Leute sich Pilzen gegenüber benehmen ...
Grüße,
Andreas