Re: Böhmische Verpeln als Marktpilze
heute morgen war in Landsberg am Lech Wochenmarkt. Normalerweise besuche ich
den Markt nie, daher war ich ziemlich erstaunt, dass dort ein Gemüsestand
aus Augsburg anzutreffen war, der frische Morcheln aus Italien angeboten
hat. Bei näherem Augenschein handelte es sich zu meinem Erstaunen bei den
Pilzen aber nicht um Spitzmorcheln, sondern um böhmische Verpeln. Die
Standbesitzer wollten mir natürlich nicht glauben, dass es sich um
böhmische Verpeln handelt. Ich hab ihnen dann nur noch erzählt, dass die
Verpeln ebenfalls essbar sind und habe dort noch ein knackfrisches Büschel
Pioppino (südlicher Schüppling) erstanden, die heute abend sehr gut
geschmeckt haben.
Anscheinend gibt es in Italien erheblich größere Vorkommen von böhmischen
Verpeln als hier.
liebe Grüße
Birgit
hallo Birgit,
den Herkunftsangaben von Marktverkäufern würde ich nicht über den Weg trauen. Meine Erfahrungen sind da ziemlich niederschmetternd. Ich denke, dass hängt eher mit den gesetzlichen Bestimmungen zusammen. In Deutschland sind Morcheln geschützt (und zwar ohne die Ausnahmen, wie sie z.B. für Steinpilze und Pfifferlinge gelten. Ganz am Rande: wer hier ein Bild seines Morchelkorbs ins Netz stellt, kann sich erheblichen Ärger einhandeln!) daher gibt es hier auch keine Sammelgenehmigungen für Morcheln. Das gilt auch noch für einige andere Länder. Für Italien offenbar nicht, was nicht bedeuten muss, dass es dort viele gäbe. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass sie als italienisch deklariert werden, um Problemen aus dem Weg zu gehen.
Gruß
Michael