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Re: Hallimasch - wichtig!

Marcell Rost, (vor 8089 Tagen) 235 Beiträge @ ThomasHofheim

Hallo Thomas,

die oben von mir angesprochene Unverträglichkeit bei meiner Frau hat sich vor ca. 10 Jahren zugetragen. Es haben 4 Leute die Pilze gegessen. Die Pilze wurden abgekocht und mindestens 30 min geschmort. Das weiß ich noch so genau, da meine Mutter, welche die Pilze zubereitet hat, mehr als vorsichtig ist. 3 Personen hatten nichts und fühlten sich bestens. Meiner Frau wurde nach ca. 45 - 60 min. schlecht. Danach begann sie sich zu übergeben. Das ging so lange bis wirklich nur noch eine schäumige Flüssigkeit rauskam. Sie konnte sich nicht mehr richtig zuordnen und äußerte sich völlig verwirrend. Im Krankenhaus kam sie sofort auf die Intensivstation mit dem Verdacht einer Pilzvergiftung. Der zuständige Arzt teilte uns am nächsten Tag mit, das es sich um eine Unverträglichkeit gegen einen Inhaltsstoff des Hallimasches gehandelt. Es kann sich aber auch durchaus um eine schwere allergische Reaktion gehandelt haben, da meine Frau eine Nahrungsmittelallergie hat. Leider kann ich Dir keine genaueren Angaben dazu geben. Ich hoffe, das Du trotzdem damit etwas anfangen kannst.
Ich habe diesen Fall übrigens mal detailiert aufgeschrieben. Er wird laut Aussage des Betreibers dieser Seiten demnächst unter der Rubrik "Geschichten" veröffentlicht.
Viele Grüße,

Marcell

Hallo Harald Andres,
ich "suche" schon seit längerem nach Hallimaschunverträglichkeiten,
im Bekanntenkreis und bei Vereinswanderungen, habe bis jetzt aber noch
keinen getroffen, der Schwierigkeiten mit gründlich erhitzten Hallimasch
hatte, auch nicht, wenn das Brühwasser nicht weggeschüttet wurde. So
langsam beginne ich mich nämlich zu fragen, ob die vielen Fälle von
Problemen nach Hallimaschgenuß nicht, wie so manch anderer Fehler oder
manche Übertreibung von Pilzbuch zu Pilzbuch geistern, und die
Hallimascharten einfach "nur" - wie so viele andere Pilze auch -
roh mehr oder weniger giftig sind. Ich würde mich daher sehr freuen, mal
von dokumentierten Vergiftungsfällen bei ausreichend gekochten Hallimasch
zu hören, und sei es nur als Erfahrungsbericht hier im Forum. Ausserdem
würde mich interessieren, wo die küchenmykologische Trennung in Laub- und
Nadelwaldhallimasch herkommt. Mir gefallen die dunklen, robusten
Fruchtkörper, die man meist auf Nadelholz findet, auch besser, aber sind
die anderen wirklich unverträglicher? Flammer/Horak schreiben dazu
jedenfalls: "Die Abgrenzung zwischen der bedingt essbaren A. ostoyae,
der dunklen Nadelwaldform, und der bedingt toxischen A. mellea,
honigfarbene Laubwald- und Obstgartenform des Hallimasch, ist gesucht und
spitzfindig."
Viele Grüße
ThomasHofheim

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