Re: Giftigkeit Russula olivacea?
Hallo Thomas,
Hast Du nähere Infos, warum Russula olivacea nicht zum Verzehr geeignet
sein soll? Ich kenne nur den Artikel von W. Pätzold zu diesem Thema:
http://www.dgfm-ev.de/www/de/publikationen/gs_952_genusswertangaben.php3
aber in dem ist eigentlich nicht davon die Rede, dass dieser Täubling
nicht eßbar sei.
- Russula olivacea wird in der Giftpilz-Literatur - BRESINSKY - BESL und FLAMMER - HORAK (auch neueste Ausgabe 2003)- ziemlich einheitlich behandelt:
---> Flammer (2003) führt diese Art unter "Indigestions-Syndrom" (Verdauungsstörungen nach Genuss atoxischer oder (nur) roh toxischer Arten) und schreibt "Rohgenuss ist nicht zu empfehlen (z. B. Russula cyanoxantha (Anmerkung: Frauentäubling !!!), R. integra, R. olivacea) ..."
---> "Pätzhold (2004): 1 x 1 des Pilze sammelns" schreibt "Giftigkeitsangaben beziehen sich auf Rohgenuss oder individuelle Unverträglichkeiten. Giftstoffe sind keine bekannt".
Mein Fazit:
(1) Wenn ich R. olivacea zu den Giftpilzen zähle, dann muss ich konsequent sein und alle anderen Pilzarten wohl auch dazu zählen: Denn, es gibt (fast) keine Pilzarten, die roh "keine gastrointestinale oder blutzersetzende Giftstoffe" enthalten oder bei dennen noch nie eine individuelle Unverträglichkeit festgestellt wurde.
(2) Und, ich kenne keine Ausnahme von der Täublingsregel: Gekocht "eßbar", sofern mild und nicht "stinkend". Na klar, diese Regel schränkt etwas ein und schließt den essbaren Roten Heringstäubling (mit unangenehmen Heringsgeruch, der sich bei der Zubereitung völlig verliert) aus.
Grüße
Gerd
PS.:
Im Indigestions-Syndrom wird als Ursache so ziemlich alles untergebracht:
Rohgenuss, Übermässiger Genuss, Verdorbene Pilze, Bakterien, Fungizide, Pestizide, Allergie und Intoleranz, falsche Zubereitung, schwerverdaulichkeit, Individuelle Faktoren, Kontamination mit Pflanze/Insekten, Schimmelpilze, Herbizide