Re: Aussprache von Pilznamen
Hi Schnuffel,
ich denke, ich irre nicht, bin aber im End-Effekt der Aussprache mit dir einig: "edúlis"! Ich habe ja mit Gahrau, begründet, woher die Betonung kommt. Was du geflissentlich übersehen hast (?) ist, dass das Neolatinische viele Vokabeln der "alten Griechen" übernommen hat. Da wurde dann aus ursprünglich griechisch "edoslis" halt "edulis". Die Betonungsregel stammt also von der griechischen Urform, die ist jedoch ausschlaggebend. Da sie hervorragend zur Lieblingsbetonung der Römer auf der vorletzten Silbe passte, ist wohl Herr Genaust auf diese Verkürzung der Ethymologie herein gefallen.
Da das Wort aber griechischen Ursprungs ist, gelten hier vorzüglich die Ausspracheregeln für griechischstämmige Wörter. Hier also, wie bereits erläutert aus "edoslis" - Doppelkonsonant, keine "muta cum liquida", daraus folgt: lange vorletzte Silbe und, aus dem Griechischen herrührende Betonung der vorletzten Silbe. Genaust macht also schlussendlich keinen Fehler in der Aussprache, sehr wohl den, dass er übersieht, woher das Wort kommt und einfach, "doslis" zu "dulis" latinisiert wurde. Im End-Effekt hat er Recht; in der Herleitung aus dem latinisierten Verb "edere" verkürzt (schlampt) er aber einfach und hat bezüglich Akribie gegen Gahrau verloren.
Liebe Forumsteilnehmer(innen), die ihr die fachlichen Auseinandersetzung zwischen "Schnuffel" und mir (unter unsäglichen Leiden?) verfolgt habt, macht euch nicht allzuviele Sorgen! Die vermutlich richtige Aussprache der meisten Pilznamen zu über 90% ist nicht so schwer, wenn man sich mal reingekniet hat. Der Rest ist auch für den lieben Schnuffel und mich oft Glückssache. Aber > 90% ist doch schon ein stolzer Wert, oder? Wem das schnurz ist, der bleibt a) bewusst ignorant; hat b) viel Zeit und Nerven gespart!
Und nix für ungut, Peter!
Hallo Peter,
wer sich bei edúlis irrt, das bist Du.
Ich zitiere H. GENAUST, ENZYKLOPÄDISCHES WÖRTERBUCH DER BOTANISCHEN
PFLANZENNAMEN: lat. edūlis ; (zu edere )
Es ist also die ganz normale Betonung auf der vorletzten Silbe, die naturlang
ist, d. h. einen langen Vokal enthält. Das kann man dem Wort beim ersten
Anblick natürlich nicht ansehen, aber man kann es im Wörterbuch
nachschauen.
Es ist schon etwas verworren und weit hergeholt, wenn Du hier das Griechische
bemühst, um eine "versteckte" Ausnahme von "Haralds"
Regel (in erster Linie Betonung auf der drittletzten Silbe) zu
konstruieren. Deine Ausführungen zur Zweikonsonanten-Regel im Zusammenhang
mit edúlis sind meiner Meinung nach fehl am Platz. Das ist aber
eigentlich nicht auf Deinem, sondern auf ERICH GAHRAUs Mist gewachsen.
Gruß - Schnuffel